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Infrarotheizung: Vor- und Nachteile, ehrlich bewertet

Vor- und Nachteile der Infrarotheizung: Behaglichkeit, Kosten, Nachteile von Heizpaneelen, wo sie passt und wann Sie besser etwas anderes wählen.

Ein Raum in einem historischen Gebäude mit Heizelementen an der Wand vor dem Verputzen

Wir stellen Infrarotheizungen her – lesen Sie das Folgende also mit diesem Wissen. Ein Artikel, der nur Vorteile aufzählt, hilft aber niemandem, der tatsächlich eine Entscheidung treffen muss. Deshalb hier beide Seiten.

Kurz gefasst. Die Vorteile einer Infrarotheizung: Sie fühlen sich bei niedrigerer Lufttemperatur wohl, an den Wänden hängt nichts, sie ist lautlos, braucht keine Wartung, wird in Minuten warm und kann jeden Raum einzeln heizen. Die Nachteile: Strom ist pro Kilowattstunde teurer als Gas, die Wärme wirkt auf Sichtlinie, sie gleicht kein undichtes Gebäude aus, Deckensysteme verlieren über etwa 3,5 Metern an Wirkung, heiße Aufputz-Paneele können ungleichmäßig wirken, und der Einbau in einen fertigen Raum heißt, eine Oberfläche zu öffnen.

So funktioniert eine Infrarotheizung, kurz gefasst

Konventionelle Heizungen erwärmen die Luft und überlassen es ihr, die Wärme zu Ihnen zu transportieren. Eine Infrarotheizung gibt elektromagnetische Strahlung im Ferninfrarot-Bereich ab. Diese breitet sich geradlinig aus, wird von Oberflächen und Menschen absorbiert und erwärmt sie direkt. Die erwärmten Oberflächen halten den Raum anschließend behaglich.

Nach demselben Prinzip wärmt Sie die Sonne an einem kalten, klaren Tag – und deshalb spüren Sie den Unterschied, wenn Sie aus dem Schatten in die Sonne treten, obwohl sich die Lufttemperatur überhaupt nicht verändert hat.

Die Vorteile der Infrarotheizung

1. Behaglichkeit bei niedrigerer Lufttemperatur

Der wichtigste Vorteil, aus dem sich alles Weitere ergibt. Weil ein großer Teil dessen, wie warm Sie sich fühlen, von der Strahlungstemperatur Ihrer Umgebung abhängt, fühlen Sie sich mit einem Thermostat wohl, das zwei bis drei Grad niedriger eingestellt ist, als ein Konvektionssystem es erfordert. Bei rund 6 % weniger Heizenergie pro Grad sind das 12 bis 18 % bei gleicher gefühlter Wärme.

2. Nichts zu sehen

Unsere Heizelemente sind verborgen: im Boden, unter dem Putz oder in der Decke. Keine Heizkörper, keine Gitter, keine Kästen an der Wand. Die Wände stehen wieder für Möbel und Bilder zur Verfügung, und der Bodenaufbau bleibt flach.

3. Einfache Installation, keine Wartung

Keine Rohrleitungen, kein Verteiler, keine Druckprüfung, kein Technikraum, kein Schornstein. Ein Deckenpaneel ist in rund zwölf Minuten montiert.

Danach gibt es nichts zu warten: keine beweglichen Teile, kein Wasser, keine Filter, kein jährlicher Kundendiensttermin. Einbauen und vergessen – im wörtlichen Sinn. Unsere Heizelemente sind dafür gebaut, für die gesamte Lebensdauer des Gebäudes verbaut zu bleiben.

4. Bessere Raumluft

Es wird nichts verbrannt, also entstehen keine Verbrennungsprodukte. Es wird nichts geblasen, also bleiben Staub und Allergene dort liegen, wo sie sich abgesetzt haben. Und weil die Luft nicht so stark erhitzt wird, bricht die relative Luftfeuchtigkeit nicht ein, wie es bei Warmluftheizungen der Fall ist.

Untersuchungen zu Feinstaub in beheizten Räumen haben gezeigt, dass konvektive Systeme die Partikelkonzentration in der Luft deutlich erhöhen – aus naheliegendem Grund: Konvektionsströmungen wirbeln auf, was sich abgesetzt hat, und tragen es zurück in die Luft.

5. Stille

Keine Lüfter, keine Pumpen, keine knackenden Rohre, kein Kessel, der um sechs Uhr morgens anspringt.

6. Schnelle Reaktion und echte Zonenregelung

Minuten statt Stunden bis zur Solltemperatur. Das System lässt sich also so zeitsteuern und in Zonen aufteilen, wie ein Gebäude tatsächlich genutzt wird. In einem großen Haus oder einem nur zeitweise genutzten Gebäude ist das oft die größte Einsparung überhaupt.

7. Lange Lebensdauer

Es gibt sehr wenig, was ausfallen kann. Unabhängige Langzeittests an unserer Heizfolie, die zwanzig Betriebsjahre simulierten, ergaben, dass ihre Zugfestigkeit im Verlauf des Tests sogar zugenommen hatte.

8. Sie ergänzt Ihre bestehende Heizung

Es muss nicht alles oder nichts sein. Infrarot wird häufig für einen kalten Anbau, ein ausgebautes Dachgeschoss, ein Bad oder ein Homeoffice eingesetzt – also für die Räume, die eine Zentralheizung schlecht versorgt –, während das bestehende System den Rest übernimmt.

Die Nachteile der Infrarotheizung

Nun zur anderen Seite, ganz offen.

1. Strom ist teurer als Gas

Pro Kilowattstunde, in den meisten Märkten, und zwar mit deutlichem Abstand. Wer Ihnen Infrarot allein über die Betriebskosten im Vergleich zu einem Gaskessel verkauft, argumentiert selektiv.

Die Gegenargumente sind real – Sie brauchen weniger Kilowattstunden, es gibt keine Bereitschaftsverluste, keine Abgasverluste, keine jährliche Wartung und keinen Kessel, der nach zwölf Jahren ersetzt werden muss. Wenn Ihr einziges Kriterium aber der Preis pro Kilowattstunde ist, gewinnt Gas in diesem Punkt.

2. Sie wirkt nur auf direkter Sichtlinie

Strahlung breitet sich geradlinig aus. Ein großes Möbelstück vor einem Wandelement oder eine Trennwand zwischen Paneel und Personen blockiert die Wärme. Die Platzierung ist deutlich wichtiger als bei einem Heizkörper, und wer einen Raum umstellt, kann tatsächlich verändern, wie er beheizt wird.

3. Sie rettet kein undichtes Gebäude

Ein ungedämmtes Gebäude verliert schnell Wärme, gleich aus welcher Quelle, und daran ändert auch Strahlungswärme nichts. Warme Oberflächen verbessern das Wärmeempfinden und helfen gegen Feuchtigkeit, aber ein Haus mit massiven, ungedämmten Außenwänden und Einfachverglasung braucht zuerst Maßnahmen an der Gebäudehülle. Das sagen wir lieber offen, als ein System zu verkaufen, das enttäuscht.

4. Die Raumhöhe setzt Grenzen

Die Strahlungsintensität nimmt mit der Entfernung ab. Deckensysteme funktionieren gut bis etwa 3 bis 3,5 Meter; darüber brauchen Sie deutlich mehr installierte Leistung, und die sinnvolle Lösung ist dann meist, stattdessen den Boden zu beheizen.

5. Aufputz-Paneele können unangenehm sein

Standardpaneele arbeiten mit 90 bis 110 °C. Das erzeugt das Gefühl „heißer Kopf, kalte Füße“ und einen Raum, der im Strahlungskegel warm und außerhalb davon kühl ist. Deshalb legen wir unsere verdeckt eingebauten Systeme stattdessen auf rund 55 °C aus.

Das gilt auch für unser eigenes Sortiment. Die aufgesetzten PowerBoard 500 und 750 sind kleine Strahler und laufen mit 80 bis 105 °C. Wir empfehlen sie nur dort, wo keine Decke gebaut werden kann, am besten an höheren Decken und nicht direkt über Plätzen, an denen Menschen lange sitzen.

6. Nachrüsten heißt, Oberflächen zu öffnen

Um ein Heizelement in Boden, Wand oder Decke einzubringen, muss man an Boden, Wand oder Decke heran. Bei einer Renovierung, bei der die Oberflächen ohnehin erneuert werden, kostet das nichts zusätzlich. In einem fertigen Haus, das Sie nicht aufreißen möchten, ist es ein echter Kostenfaktor – und das Argument für Aufputz-Paneele.

Wann Sie etwas anderes wählen sollten

  • Gut mit Gas versorgt, keine Renovierung geplant, und der Preis pro Kilowattstunde ist das einzige Kriterium. Behalten Sie den Kessel.
  • Ein großes, schlecht gedämmtes Gebäude ohne Budget für die Gebäudehülle. Zuerst dämmen.
  • Sehr hohe Decken ohne Zugang zum Boden. Anderes Problem, andere Lösung.

Wann sich eine Infrarotheizung anbietet

  • Bei Renovierung oder Neubau, wenn die Oberflächen ohnehin offen sind.
  • Räume, die eine Zentralheizung schlecht versorgt – Anbauten, Dachgeschossausbauten, Bäder, Homeoffices.
  • Wo Wandfläche oder Aufbauhöhe knapp sind.
  • Wo Sie Photovoltaik oder einen Batteriespeicher haben, insbesondere mit unseren Niedervolt-Gleichstromsystemen.
  • Wo Beeinträchtigungen durch die Installation oder die Bauzeit der entscheidende Engpass sind.
  • Wo es auf Behaglichkeit ankommt – denn bei der Behaglichkeit pro Grad ist Strahlungswärme schlicht überlegen. Das ist keine Werbeaussage, sondern eine Folge davon, wie der Körper Wärme abgibt.

Wenn Sie wissen möchten, in welche Kategorie Ihr Gebäude fällt, schicken Sie uns einen Grundriss. Wir sagen es Ihnen auch, wenn die Antwort Nein lautet.

Die Betriebskosten im Detail finden Sie unter Lohnt sich eine Infrarotheizung?, die Sicherheitsfragen unter Sind Infrarotheizungen sicher?

Vor- und Nachteile der Infrarotheizung: Ihre Fragen

Welche Nachteile haben Infrarot-Heizpaneele?

Strom ist pro Kilowattstunde teurer als Gas, die Wärme wirkt auf Sichtlinie, sodass Möbel sie abschirmen können, ein schlecht gedämmtes Gebäude verliert weiterhin schnell Wärme, Deckenpaneele verlieren über etwa 3,5 Metern an Wirkung, und herkömmliche Aufputz-Paneele mit 90 bis 110 °C können sich über dem Kopf heiß anfühlen, während der Rest des Raums kühl bleibt. Verdeckte Systeme mit rund 55 °C vermeiden das letzte Problem.

Welche Vorteile hat eine Infrarotheizung?

Sie fühlen sich bei zwei bis drei Grad kühlerer Luft wohl, was Energie spart; an den Wänden hängen keine Heizkörper; sie ist lautlos, hat keine beweglichen Teile und braucht keine jährliche Wartung; sie wirbelt keinen Staub auf; sie wird in Minuten warm; und jeder Raum kann sein eigenes Thermostat und seinen eigenen Zeitplan haben.

Funktioniert eine Infrarotheizung wirklich?

Ja. Sie wärmt Menschen und Flächen direkt, so wie Sonnenschein, statt zuerst die Luft zu heizen. Am besten funktioniert sie in einigermaßen gedämmten Räumen, mit der Heizfläche den Menschen zugewandt und passend zur Heizlast des Raums ausgelegt.

Lohnt sich eine Infrarotheizung?

Oft, bei Sanierung, Neubau, Anbau, Dachausbau, im Bad und in Räumen, die zu unterschiedlichen Zeiten genutzt werden, besonders mit Photovoltaik. Weniger in einem großen, schlecht gedämmten Haus, das den ganzen Tag warm sein soll und ohnehin eine Wärmepumpe bekommt.

Ist eine Infrarotheizung besser als Heizkörper?

Bei der Behaglichkeit pro Grad meist ja, weil sie Sie und die Wände direkt erwärmt, statt warme Luft umzuwälzen. Heizkörper an einer Gastherme können pro Kilowattstunde Wärme günstiger sein, welche Lösung günstiger ist, hängt also vom Gebäude und der Nutzung ab.

Schicken Sie uns einen Grundriss.Wir schicken ein Heizsystem zurück.

Projektdaten, Zeichnungen oder CAD-Dateien rein. Raumweise Heizlast, Elementauslegung und ein Angebot mit Preis raus. Unverbindlich.